Ein Stück Zuhause

"Ich habe im CVJM erlebt: ...

... viele Abenteuer auf Trekkingtouren durch die verschiedensten Länder Europas, Klettern, Mountainbiken, Kanufahren u.v.m."

Sascha Becker

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22.05.2020 Alter: 16 days Kategorie: Andachten/Impulse

Fest und stark verwurzelt #impuls


Im Garten meiner Eltern da wächst Rosmarin. Kennst Du die kleinen Rosmarin-Kräutertöpfchen, die man so im Laden kaufen kann? So einer ist es nicht. Das Ding im Garten meiner Eltern ist in etwa so groß wie ich und zweieinhalb Meter breit. Der knorrige Stamm ist dicker als mein Fußknöchel und die abzweigenden Äste sind circa so dick wie ein Kinderarm. Das war nicht immer so. Vor über 20 Jahren hat meine Mama ein kleines Pflänzchen in den Garten gesetzt. Es war der letzte Versuch. Diese Pflanze war eine von vielen, vielen Rosmarinpflanzen, die mein Opa, ein passionierter Gärtner, damals als Ableger von seinem Rosmarin abgezweigt hat. Immer wieder versorgte er uns mit kleinen Pflanzen, die wir eine nach der anderen sozusagen totpflegten… Wir konnten nicht so schnell „Rosmarinstrauch“ sagen, wie die Dinger braun und trocken wurden und alle Nadeln von sich warfen… Aber Opa war unermüdlich. Immer wieder machte er einen neuen Versuch, zog uns einen neuen kleinen Ableger, pflegte die Wurzeln, pflanzte ihn ein und immer wieder kam von uns die traurige Botschaft: Nicht mehr zu retten. Tot. Friede seiner Asche. Einen neuen Versuch, bitte! Wir experimentierten mit Erde, Topfgrößen, Wassermengen. – Nichts zu machen. Dachten wir. Bis meine Mama eines Tages mutig war. Wenn das Ding sowieso stirbt, dann kann es das auch draußen tun. Ausgepflanzt. Sie setzte den kleinen Kämpfer nah an das Haus in einen Pflanzkasten -  und siehe da: Es funktionierte. Die Pflanze wurzelte, blieb grün und fing an, zu wachsen. Der erste Winter kam mit Schnee und Eis – und im Frühjahr lebte unser kleiner Rosmarin immer noch. Das kleine Ding, das wir in der Wohnung behüten und beschützen wollten und das dort keine 40 Tage überlebte, überstand einen kalten Winter. Es wuchs und wuchs. Zwischenzeitlich, als der kleine Rosmarin schon ein recht  großer geworden war, brachen ganze große Äste unter der Schneelast ab, der Rosmarin wuchs trotzdem weiter. Hitze? Frost? Sturm oder Regen? Pah! Er trotzte Wind und Wetter, das Ergebnis seht Ihr auf dem Foto zu diesem Post: Ein riesen Oschi.

Ich lerne viel von diesem Rosmarin:
Lektion Nummer 1: Ein Schutzraum ist nicht immer gut. Oft ist es gar nicht hilfreich, immer dort zu bleiben, wo mir niemand etwas anhaben kann. Wenn ich wachsen will und im Glauben stark werden will, dann muss ich aus meiner Komfortzone herauskommen. Wenn alles easy ist, dann fällt es mir leicht, an einen guten Gott zu glauben, aber wenn mir der Wind des Lebens um die Ohren pfeift, ich der prallen Sonne ausgesetzt oder unter Schnee bedeckt bin, dann lerne ich auf einen Gott zu hoffen, der alle diese Zeiten mit mir durch- und übersteht.

Lektion Nummer 2: Ein bisschen Schwund ist immer. Wie viele Nadeln hat unser Rosmarin schon gelassen! Ganze Zweige sind witterungsbedingt ausgebrochen und regelmäßig schneidet meine Mama ihn eimerweise zurück. Dann landet so viel Rosmarin in der Tonne, dass es mir in der Seele weh tut, aber ihm tut das sehr gut, denn das gibt ihm Kraft, sich auf die verbleibenden Triebe zu konzentrieren und seine ganze Power in sie zu investieren. Und auch ich muss mich in meinem Leben immer wieder „beschneiden“, besser: Hinterfragen lassen: Ist das, was ich gerade tue gut und wichtig? Oder sollte ich es lieber bleiben lassen, um mich auf wichtigere Dinge zu konzentrieren? Auch ich habe nur begrenzt Kraft, die gilt es, besonnen einzusetzen!

Lektion Nummer 3: Im Leben kommt es nicht darauf an, was andere sagen, sondern darauf, wo Gott Dich haben will. Das Ding nach draußen zu pflanzen, war der letzte Versuch, den meine Mama unternahm. Und warum? Weil alle anderen sagten: Rosmarin braucht es warm! Der überlebt keinen deutschen Winter! Wenn der Frost bekommt, ist er tot! Schau Dir das Ding an! Sieht er aus, als sei er im Winter erfroren? Eher nicht. Genauso ist es auch mit uns und Gott: Da, wo er uns hinpflanzt, da sorgt er auch dafür, dass wir wachsen und gedeihen können. Dass wir stark werden in ihm und allem Gegenwind und äußeren Umständen zum Trotz weiterwachsen.

Dieses Leben ist Charakterschule pur! Und Gott selbst verspricht uns in allen Höhen und Tiefen in Jesaja 43, 1-3: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst mir! Musst du durchs Wasser gehen, bin ich bei dir, und durch reißende Ströme – sie überfluten dich nicht. Musst du durchs Feuer gehen, wirst du nicht versengt, diese Flamme verbrennt dich nicht. Denn ich bin Jahwe, dein Gott, ich bin Israels heiliger Gott, und ich rette dich!

Daran erinnere ich mich jedes Mal, wenn ich diesen Rosmarin sehe.
Was erzählt Dir der Rosmarin? Lass mich an Deinen Gedanken teilhaben!

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße und bis bald,
Deine Manu


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